Was bedeutet Taufe?

Gott, der himmlische Vater hat dich zu seinem Kind angenommen.Er lasse dich wachsen und bleiben in seiner Gemeinschaft.Du gehörst Christus.

Mit diesen Worten werden bei uns die Täuflinge nach der Taufe gesegnet. In der Taufe nimmt Gott den Täufling als sein Kind an und verspricht ihm, sein himmlischer Vater sein zu wollen. Dabei setzen wir natürlich das Bild eines idealen Vaters voraus, den es in Wirklichkeit nicht gibt: Das Bild vom liebenden Vater ist eben nur ein Vergleich, der uns eine Ahnung geben soll, wie sehr uns Gott liebt:

 
So sehr liebt uns Gott

-  Gott, unser Vater, liebt uns so sehr, dass er uns schenken will, was wir zu einem guten Leben brauchen: Essen und Trinken, Kleidung und gute Schuhe, ein Dach über den Kopf und gute Nachbarn …

-  Gott, unser Vater, liebt uns so sehr, dass er uns auf unseren Wegen behüten und vor dem Bösen bewahren möchte. Aber er sperrt uns auch nicht in einen goldenen Käfig. Bei ihm sind wir frei und können unsere eigenen Wege gehen. Nicht immer sind es gute Wege. Manche Wege sind voller Gefahren oder führen in die Irre. Aber dann sind wir nicht allein: Gott geht mit. Er stärkt uns in der Not und gibt uns Kraft zum Durchhalten. Oder er eröffnet neue Wege, die wir gehen können.

-  Gott, unser Vater, liebt uns so sehr, dass er alles aus dem Weg räumt, was zwischen uns und ihm stehen könnte. Wir kennen das manchmal aus unserem Leben: Ein schlimmer Streit oder eine gemeine Tat können über Jahre hinweg das Miteinander stören oder gar zerstören. Man kann es nicht vergessen und vergeben. Eigentlich müsste das auch zwischen Gott und uns so sein, denn unsere Lieblosigkeit verletzt Gott tief. Aber in Jesus vergibt er uns immer wieder neu und lässt uns neu anfangen.

-  Gott, unser Vater, liebt uns so sehr, dass nichts diese Liebe zerstören kann. Paulus schreibt: Keine Macht kann das tun – nicht einmal der Tod. Wenn Gott uns liebt, dann endet diese Liebe deshalb nicht mit dem Tod. Gott wird uns vielmehr aus „dem Reich des Todes“ in seinen Himmel - seine Wirklichkeit - rufen. Dort werden wir leben – auch wenn wir nicht wissen, wie das sein wird. 

- Außerdem schenkt er uns seinen Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist wie eine positive Energie, die uns Gutes empfangen und schenken lässt. Der Heilige Geist erinnert uns an Gottes Worte und ermutigt uns, ihnen zu vertrauen und unser Leben danach auszurichten.

Außerdem schenkt Gott dem Täufling eine neue Familie – die Gottesfamilie. Es ist die Gemeinschaft aller Christen. Wenn jemand getauft wird, dann wird er in die konkrete Gemeinschaft „vor Ort“ aufgenommen. Dort erleben die Täuflinge zuerst kirchliche Gemeinschaft. Das kann im Kindergarten, Religionsunterricht, Jungschar, Bibelkreise oder Gottesdienste geschehen.

Zugleich repräsentiert die Gemeinde vor Ort die weltweite Gemeinschaft aller Christen. Wer getauft wird, gehört zur weltweiten Gemeinschaft aller Christen. So sieht es zumindest unsere evangelische Kirche, die deshalb die Taufhandlungen aller Kirchen anerkennt.

 
Kann man auch ohne Taufe Gottes Kind sein?

Ja, wir glauben, dass Gott jeden Menschen schon „seit dem Mutterleib“ kennt und liebt. Schon mit der Entstehung eines Menschen spricht Gott sein „Ja, ich liebe dich!“ zu ihm. Aber es ist trotzdem schön, wenn man Gottes Liebe „schwarz auf weiß“ und mit „Brief und Siegel“ hat. Denn wenn man mal Grund hat, an Gottes Liebe zu zweifeln, kann man nachlesen, dass Gott nicht aufhört, uns zu lieben.

 

Man kann es am ehesten mit einem Trauschein vergleichen. Mann und Frau können sich auch ohne Trauschein lieben und eine gute Beziehung führen. Und trotzdem ist es vielen Paaren wichtig, zu heiraten und vor Gott und der Öffentlichkeit „Ja“ zueinander und zu ihrer Liebe zu sagen. Umgekehrt ist ein Trauschein keine Garantie dafür, dass in einer Ehe auch Liebe ist. Das „Ja, ich will“ muss auch gelebt werden und sich im Alltag immer wieder neu bewähren. Sonst verliert die Trauung seine Bedeutung.

Genauso ist es auch bei der Taufe: Gottes „JA“ bleibt für immer bestehen. Gott nimmt sein Wort nicht zurück. Aber damit es seine Wirksamkeit entfaltet, muss der Täufling auch wissen, wer Gott ist und was er dem Täufling schenken will.

Wenn sich Jugendliche oder Erwachsene taufen lassen, dann wissen sie, wer Gott ist und was die Taufe bedeutet. Aber Säuglinge und kleine Kinder wissen es noch nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen Erwachsene von Gott erzählen und ihnen zeigen, wie man betet. Eigentlich haben alle erwachsenen Christen diese Aufgabe. Aber die Eltern können darüber hinaus Menschen vorschlagen, die die Aufgabe in besonderer Weise übernehmen. Das sind die Paten.